Der Pfefferminztag

Ist das eine Aufregung! Jana und ihre Freundin Ida freuen sich schon seit Tagen auf den Wanderausflug mit Janas Eltern. Endlich nehmen sie sich einmal Zeit um eine Wanderung in der Natur zu machen. Es soll durch Wiesen und Wälder gehen und an einem Fluss entlang. Auf dass freuen sich die beiden Mädels am meisten. Ein Picknick am Flussufer! Dort können sie dann nach Herzenslust Steine hüpfen lassen und Schwemmhölzer sammeln, aus denen sie immer so kleine Männchen basteln.

Es ist ein wunderschöner, warmer Sommertag, sodass sie schon gleich nach dem Frühstück losziehen, um nicht in die größte Hitze zu kommen. Sie haben kurze Hosen und ein leichtes T-Shirt an und packen gerade ihren Rucksack fertig, als Janas Mama sie zu sich ruft. „Jana! Ida! Kommt bitte gleich mal her, ich möchte Euch noch mit meinem „Insektenschreck“ einsprühen, damit ihr vor lästigen Gelsen, Mücken und Zecken geschützt seid!“ Ein paar Sprüher aufs Haar, die Kleidung, die Arme, Beine und die Schuhe und dann kann es auch schon losgehen. „Mhmm, das duftet aber himmlisch,“ lacht Jana begeistert. „Hast du den Spray frisch gemacht, Mama?“ „Ja natürlich“, sagt Janas Mama. „Dieses Mal habe ich die ätherischen Öle der Zitrone, des Lemongrases, Citronella und Pfefferminze hineingegeben. „Ah, das duftet also so herrlich frisch, “ ruft Jana.
„Gut dass ihr jetzt schon 6 Jahre alt seid, da kann man schon ein wenig Pfefferminze verwenden, denn für kleinere Kinder ist dieses wunderbare Öl leider noch nicht geeignet,“ erklärt Mama.

Als sie nun alles beisammen haben, können sie nun endlich los starten. Mama hat ihren kleinen geflochtenen Korb mitgenommen, mit dem sie immer Kräuter sammeln in den Garten geht. Verwundert fragt Ida ob sie leicht vorher noch einkaufen gehe. „Nein“, lacht Janas Mama. „In dieses Körbchen kommen die duftenden Kräuter die wir heute in der Natur finden.“ Verdutzt fragt Ida: „Ja, aber wir gehen ja über die Wiesen und durch den Wald, und nicht in den Garten!“ „Natürlich, und genau dort werden wir die Kräuter finden und pflücken.“ Sie erklärt weiter, dass man besonders schmackhafte und gesunde Kräuter direkt in der Natur sammeln kann, diese haben noch viel mehr gesunde     Inhaltsstoffe als die die im Garten wachsen. „Schau! Das ist eine wilde Minze. Siehst du diese feinen Blätter? Zupfe einmal eines ab, zerreibe es zwischen deinen Fingern und schnuppere daran, “ sagt Mama. „Mhmm, das duftet ja wie meine Pfefferminzzuckerl, die ich heute mit habe. Machst du da jetzt Minzbonbons daraus? „Nein, lacht Janas Mama. Aber eine gute Idee wäre das schon mal. Aus dieser Minze machen wir uns ein erfrischendes Minzwasser.“ Sie nimmt den Stängel mit den Blättern und steckt ihn in die Wasserflasche. Verdutzt und etwas skeptisch schaut Ida zu und meint: „Und das soll schmecken?“
„Und wie“, mischt sich nun auch Jana ein. „Aber aus der Pfefferminze kann man noch viel mehr machen. Gell, Mama?“ Zum Beispiel Pfefferminzschokolade. „Aus den Blättern da“, fragt Ida erstaunt. „Nein, erklärt Jana weiter, aber aus dem ätherischen Pfefferminzöl, das wird aber auch aus den Pfefferminzblättern hergestellt. Und dieses Öl kann man dann in winzigen Mengen in geschmolzene Schokolade geben. Das schmeckt ganz frisch und kühl im Mund und ist prima wenn es so heiß ist. Ich glaube Mama hat sogar einen Kuchen mitgenommen, mit einer Pfefferminzschokoglasur.
Da bekommen wir ja heute ein richtiges Pfefferminzpicknick, lacht Ida. Pfefferminz – Schokokuchen und Minzwasser zum Trinken.

Die Beiden hüpfen weiter am Rand der Wiesen entlang und freuen sich über den schönen Tag. Auch das „Kräutersammelfieber“ hat die Beiden gepackt. Jana weiß schon ein bisschen etwas über Wildkräuter, weil sie schon öfter mit ihrer Mama sammeln war. Sie erzählt dass man auch Gänseblümchen, Löwenzahn und Veilchen essen kann, und dass die perfekte Zeit zum Kräuterpflücken gegen Mittag ist, und es am besten ist wenn es vorher ein paar Tage nicht geregnet hat. Dann sind sie am schmackhaftesten und intensivsten.
„Und nicht einfach so abreißen und kosten“, weiß nun auch Ida zu berichten. „Genau! Denn es gibt auch giftige Wildpflanzen“, sagt Jana.

Nach gut zwei Stunden wandern und Kräuter sammeln erreichen sie nun endlich eine schöne Lichtung im Wald mit einem kleinen Wasserfall. Erschöpft vom Laufen, herumtollen und suchen lassen sie sich auf einem Stein fallen und packen so gleich die Getränke und die Jause aus.
Ida ist nun sehr gespannt, wie das Minzwasser schmeckt und kostet erst mal vorsichtig daran. Aber, mhmm, das schmeckt ja herrlich erfrischend, freut sie sich! Auch Jana nimmt nun einen großen Schluck und dann stürzen sie sich über die mitgebrachten Schnittlauchbrote und Radieschen. Als Nachspeise gibt es, wie versprochen, den Pfefferminz – Schokokuchen. Auch dieser schmeckt köstlich und wird bis auf den letzten Krümel verputzt. Kaum haben sie den letzten Bissen hinuntergeschluckt geht´s auch schon wieder los. Die Beiden stürmen ans Wasser, es werden besonders schön geformte Steine und verschnörkelte Äste gesammelt und auf Bäumen geklettert.
„Von der anfänglichen Müdigkeit der Beiden ist nichts mehr zu sehen, “ lacht Mama. „Wie gut dass wir die leckeren Pfefferminzspeisen mit hatten, “ sagt sie. Diese Pfefferminze ist ein echtes Wunder Pflänzchen, schenkt Kraft und macht müde Geister wieder fit und munter.

Als Jana abends müde ins Bett fällt, flüstert sie ihrer Mama noch zu, „Das war ein super toller Pfefferminztag! Danke Mama!“
„Gute Nacht, mein Liebling“ lächelt Mama und gibt ihrer Jana einen Gutenachtkuss. Morgen wird vielleicht ein Melissentag, gähnt Jana noch und ist auch schon eingeschlafen!

Geschichte: Sandra Haslinger
Bilder: Jana Haslinger

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